Vénus noire und die Faszination Kino

ParisDas Kino, auch als Filmtheater, Lichtspielhaus oder Lichtspieltheater zieht seit über 100 Jahren mit seinen Filmvorführungen Menschen in seinen Bann. Zwar gab es in der Anfangszeit nur in den wirklich großen Städten Kinos, doch das sollte sich bald ändern. Auch wenn es im Laufe der Zeit immer wieder Phasen gab, in denen die Kinobesuche rückläufig waren, hat das Kino nicht an seiner Faszination verloren. Kinofilme aus allen Bereichen begeistern die Menschen weltweit. Nicht anders ist es bei dem Spielfilm „Vénus noire“ des Regisseurs Abdel Kechiche. Der französische Schauspieler, Drehbuchautor und Film- und Theaterregisseur spielte 1984 seine erste Rolle, der noch viele interessante folgten, bevor er 1995 sein erstes Drehbuch schrieb.

Vénus noire – das Leben einer Sklavin

Die weibliche Hauptrolle in seinem vierten Film besetzte Abdel Kechiche mit Yahima Torres als Sklavin Sarah Baartman, dessen Geschichte er eindrucksvoll darstellt. Als die Hauptattraktion wird’sie 1818 Abend für Abend in einer Londoner Freakshow dem zahlungswilligen Publikum vorgestellt. Saartjee hat ein enormes Gesäß, welches der Hauptgrund ist, sie zur Schau zu stellen. Immer in der Hoffnung, dass sich ihr Leben irgendwann zum Guten wenden wird, erträgt sie die allabendlichen Shows, in denen sie als „wilde“ Venus der Hottentotten aus einem Käfig gelassen wird. Für sie fast schon unerträglich, muss sie sich immer wieder gefallen lassen, dass die Londoner als Höhepunkt der Show nicht davor zurückschrecken, sie auch an ihren Füdlibacken zu berühren. Diesen Teil mag sie nicht, doch ihr bleibt keine andere Wahl, denn ihr Meister Caezar stellt ihr immer wieder ein besseres Leben in Aussicht, ein Leben, in dem sie wieder ans Kap der Guten Hoffnung als reiche Rückkehrerin zurückgehen darf.

Das Spektakel nimmt seinen Lauf

Als Stimmen gegen Rassismus und Sklaverei laut werden, muss sich Caezar vor einem Gericht verantworten. Obwohl Saartje ihn unterstützt, indem sie sich unter Eid als Schauspielerin bezeichnet und aus freiem Willen die Showvorführungen macht, verkauft Caezar sie dennoch an Réaux, der von Olivier Gourmet gespielt wird, nach Frankreich. Auch hier in Paris wird Saartje, die in Sarah umgetauft wurde, wieder nur eine Attraktion, die sich die Bourgeoisie nicht entgehen lässt. Eines Tages beginnt sich der Wissenschaftler Georges Cuvier für sie zu interessieren. Er als Zoologe sieht in Sarah ein Bindeglied in der Evolution vom Menschen zum Affen. Ihr Schicksal nimmt seinen Lauf als sie dem Alkohol verfällt und von Réaux zur Prostitution gezwungen wird.

Die historischen Stationen in einem packenden Drama inszeniert

Mit seiner wahren Geschichte über Vénus Noire erzählt der Autor Abdel Kechiche den Leidensweg einer tapferen Frau aus dem heutigen Südafrika. Nach ihrem Tod wurden ein lebensgroßer Gipsabdruck ihres Körpers, ihr Skelett, das Gehirn und ihre Genitalien im Musée de L’Homme in Paris ausgestellt, die erst im Jahr 2002 nach dem Ende der Apartheid in Südafrika an ihre Heimat ausgeliefert wurden. Damit war der lange Leidensweg der tapferen Frau endlich zu Ende. Für seinen Spielfilm Vénus noire erhielt der Autor zu den 67. Filmfestspielen von Venedig erneut eine Einladung, denn er verstand es hervorragend, die Geschichte so zu erzählen, wie sie sich zugetragen hat.

Bildquelle: paris von wlappe, CC-BY

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