Sport und Tourismus blühen wieder in Tunesien

Zouhair Seghaier, Trainer der tunesischen Ringer, konnte nicht glauben, wie schnell er nach der heftigen demokratischen Revolution in Tunesien, die den „Arabischen Frühling“ auslöste, seine Athleten wieder zurück ins Training holen konnte. Der lange Weg zu den Olympischen Spielen war wahrlich beschwerlich – jedoch wieder dabei zu sein, ist ein großer Erfolg an sich. Die Athleten lernen langsam zu verstehen, was Demokratie bedeutet, doch ist es ihnen nun wenigsten gestattet, sich frei auch vor den Fernsehkameras zu äußern.

Auch ohne Medaillen Olympia ein Sieg

Seghaier hat eindeutig jede Minute der Olympischen Spiele 2012 in London genossen, auch wenn sein Team keine olympischen Medaillen im Ringen abräumen konnten. Er äußerte sich am Ring zu den Aufruhrwellen in seiner nordafrikanischen Heimat: „Wir hatten unsere Revolution, wir waren die ersten. Gut gemacht, schnell vorbei.“

Schnelle Rückkehr der Sportler und Touristen

Der saubere Schnitt zahlte sich vielfach für seine Ringer aus. Bereits nach sieben Tagen, konnte das Training wieder aufgenommen werden. Die Lage in Tunesien war durchaus noch unsicher und beängstigend, doch nach sieben Tagen wurden alle Sportler angerufen – männlich wie weiblich – und sie nahmen alle unverzüglich ihr tägliches Training wieder auf, als sei nichts gewesen. Nach dem Schrecken einer Revolution eine überraschend schnelle Entwicklung. Glücklicherweise sind auch die Schäden, die Tunesien insgesamt davon getragen hat, nicht allzu groß. Die Touristen sind zurück.

Demokratiewelle im Nahen Osten

Die Volksrevolution begann im Dezember 2010 damit, dass Straßenhändler Mohammed Bouazizi sich selbst auf offener Straße anzündete, nachdem eine Polizistin seine Waren konfisziert hatte. Er erlag den Folgen seiner Verletzungen einen Monat später. Dies brachte alles ins Rollen: eine Welle an Protesten folgte und Diktator Zine al-Abidine Ben Ali floh im Januar letzten Jahres. Die Welle schwappte über auf:

  • Ägypten,
  • Libyen,
  • den Jemen
  • und Syrien

und löste somit einen dramatischen Wandel im Nahen Osten aus. Es wird ein wenig Zeit brauchen, bis die Demokratie fest etabliert ist in den Seelen und Köpfen von Volk und Politikern, doch der Wandel ist deutlich spürbar. Seghaier ist überzeugt, dass Sport eine große Rolle dabei spielen wird, die Menschen im Demokratiegedanken zusammen zu bringen.

Foto: Matmata2 (Tunisia) von francesco sgroi, CC-BY

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